In ein paar Tagen werde ich 30 Jahre alt sein. In diesem Zusammenhang kam mir spontan die Idee mit euch 30 Dinge zu teilen, die ich in meinem bisherigen Leben über Gesundheit gelernt habe.

  1. Gesundheit ist ein Weg, keine Destination. Es geht darum, in welche Richtung ich gehe und welche gesundheitsfördernden Entscheidungen ich immer wieder treffe – nicht um einen fiktiven Endzustand.
  2. Ausprobieren ist super wichtig. Wir müssen nicht alles von Anfang an wissen und es gibt auch keine allgemeingültige magische Gesundheitsformel, die wir aus einem Buch entnehmen könnten. Nur wenn wir ausprobieren und beobachten, wie es uns geht, können wir herausfinden, was für unsere Gesundheit förderlich ist und was nicht.
  3. Alles geschieht FÜR mich. Körperliche Beschwerden sind eine Einladung, etwas anzuschauen und zu verändern
  4. Für unseren Körper ist Apfel nicht gleich Apfel. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob wir ihn gekocht oder roh, mit Zimt und Ingwer gewürzt oder pur, am Morgen oder Abend, vor oder nach einer Mahlzeit, in einer ruhigen Umgebung oder gestresst, bio oder konventionell essen.
  5. Jeder Mensch und jeder Körper ist individuell. Nur weil andere Menschen um 21.00 Uhr abends ein üppiges Essen mit Salat, zwei Gläsern Wein und Kaffee verdauen können, heisst das nicht, dass mein Körper das auch können muss.
  6. Gesund essen heisst nicht kalorienarm, fettarm oder kohlenhydratarm essen. Es geht darum, nährwertreich, ausgewogen, intuitiv und mit Freude zu essen.
  7. Gesund essen ist weder schwierig noch langweilig. Es kann zu einer Gewohnheit werden und Spass machen.
  8. Gewalt entsteht immer aus Verletzungen. Aus Opfer werden Täter, wenn die Verletzungen nicht besser verarbeitet werden können.
    Das habe ich in meinem Praktikum bei NCBI Schweiz gelernt. Ich hätte mir keinen besseren Ort wünschen können, um erste Berufserfahrungen zu machen.
  9. Im Falle von Magersucht (oder einer anderen Form von Selbstzerstörung) wird die Gewalt gegen sich selbst gerichtet. Wenn die dahinterliegende Verletzung angegangen wird, kann eine Magersucht komplett überwunden werden.
  10. Alte Gefühle können unser jetziges Wohlbefinden beeinflussen. Es ist möglich, sie loszulassen und sogar vergangene Situationen anschliessend anders zu betrachten. Dafür gibt es unzählige Ansätze.
  11. Ich kann meine Gesundheit selbst in die Hand nehmen. Es gibt so unglaublich viele wirksame Möglichkeiten in den Bereichen Ernährung, Lebensstil und Mindset, um meine Gesundheit zu unterstützen und zu verbessern.
  12. Die örtliche Umgebung ist wichtig. Wo ich mich aufhalte, beeinflusst mein Wohlbefinden. Ich fühle mich wohl, wenn ich in der Nähe von Wasser und Weite, an einem Ort, wo etwas läuft, wohne und ab und zu mit einer Reise mein Fernweh stille. Wenn es mich intuitiv irgendwo hinzieht, heisst es meistens, dass ich dort etwas lernen darf.
  13. Eine Schwangerschaft ist von Anfang an eine riesige Veränderung. Es geht nicht erst los, wenn das Baby da ist. Mich bereits ab der Entscheidung, nicht mehr zu verhüten, bis über die Empfängnis und erste Schwangerschaftsphase hinaus coachen zu lassen, war absolut Gold wert, um mich den Veränderungen hinzugeben.
    Danke Sonia Sarina für deine wundervolle Begleitung als Coach. Auch ich biete mittlerweile Schwangerschaftscoachings an.
  14. Es lohnt sich, Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bewusst so zu gestalten, dass es individuell stimmig ist. Natürlich gibt es immer Aspekte, die anders kommen als geplant – doch genau dann ist es umso wichtiger, dass die anderen Komponenten passend und unterstützend sind. Wir haben nicht immer alles, aber vieles in der Hand.
  15. Eine Geburtserfahrung ist eigentlich unbeschreiblich. Für mich war es das wunderschönste und brutalste Erlebnis zugleich.
  16. Wenn wir andere beschuldigen, sollten wir uns zuerst einmal selbst verzeihen.
    Als ich ein Kind war, habe ich mal meine Mutter gefragt, weshalb eine Freundin mich als Lügnerin bezeichnet, obwohl sie ja selbst ständig lügt. Meine Mutter hat mir erklärt, dass die Personen, welche andere für etwas beschuldigen, oft selbst die grössten Täter sind. Das hat mir total eingeleuchtet. Später habe ich dank den Übungen von Byron Katie wiederholt mit diesem Prinzip gearbeitet.
  17. Verletzlichkeit macht stark. Nur wenn ich etwas wage und mich damit verletzlich mache, kann ich grosse Veränderungen, wahre Liebe, Verbundenheit und tiefe Lebensfreude erhalten.
    Danke Brené Brown für diese Lektion aus dem Buch «Verletzlichkeit macht stark»..
  18. Wie wir die Welt sehen, beruht auf von Menschen kreierten und kulturell verankerten Konzepten. Das Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Medizin wird in verschiedenen Kulturen total unterschiedlich gedacht.
    Wenn ich eine Sache aus meinem Studium nennen sollte, die ich niemals vergessen werde, ist es das. Ich bin so dankbar, mit der Ethnologie (und Spezialisierung auf Medizinethnologie) ein lebensveränderndes Studium gewählt zu haben.
  19. Der weibliche Körper ist ein absolutes Wunderwerk. Frauen können Menschenleben in ihrem Körper kreieren.
  20. Frauen sind zyklische Wesen. Wir haben je nach Phase unseres weiblichen Zyklus unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse. Es lohnt sich unglaublich, dies zu berücksichtigen – auch wenn mir das bei meiner ersten Blutung niemand gesagt hat.
  21. Ich trage eine weibliche Energie in mir, die ich als Superkraft nutzen kann.
  22. Mama-Sein ist anstrengend und gesundheitlich herausfordernd, z.B. aufgrund von reduzierter Schlafqualität, aber es gibt mir so viel mehr. Mein Herz ist sowas von erfüllt und ich bin unglaublich dankbar, dass ich dieses Geschenk erleben darf.
  23. Liebe ist das Wichtigste. Dazu gehört auch Selbstliebe. Mit regelmässiger Babymassage können wir dies unseren Kindern von Anfang an mitgeben.
  24. Veränderung ist möglich. Sie ist eigentlich sogar unabdingbar. Das Leben ist nichts anderes als konstante Veränderung.
  25. Eine gesunde und komplikationsfreie Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit mit veganer Ernährung ist möglich.
  26. Es lohnt sich immer wieder, auf das Herz zu hören.
  27. Das Leben ist ein Geschenk. Das Leben zu geniessen ist eine Entscheidung. Es lohnt sich, diese Entscheidung immer wieder zu treffen. Bewusste Dankbarkeit hilft.
  28. Gesundheit ist etwas vom Kostbarsten in meinem Leben und es lohnt sich, dafür Zeit und Geld zu investieren.
  29. Die Gesundheit der Erde ist eine Voraussetzung für die Gesundheit der Menschen. Nachhaltig und gesund zu leben geht somit Hand in Hand.
  30. Nach meinen eigenen Werten zu leben, ohne Anspruch auf Perfektion zu haben oder diese Werte auf andere übertragen zu wollen, scheint manchmal anstrengend, aber hat sich absolut bewährt.

Was resoniert mit dir besonders?

Hast du noch etwas Weiteres über Gesundheit gelernt, was du dieser Liste beifügen würdest?

Ich bin mal gespannt, was ich die nächsten 30 Jahre noch alles lernen darf… 🙂

Alles Liebe

Lisa


2 Comments

  • Sandra Füllemann

    10:43, 29. Oktober 2021 Antworten

    Danke liebe Lisa für diese vielen, vielfältigen und tiefgründigen Erfahrungen!
    Ich bin beeindruckt, was du in deinen bisher dreissig Jahren schon alles gelernt und erlebt hast. Wohl sicher wegen deiner achtsamen, offenen und dankbaren Lebensweise. Das motiviert mich gerade sehr, auch so weiterzuleben. Sogar noch achtsamer und dankbarer. Wenn wir ganz präsent im Moment sind, dann sind wir unendlich erfüllt und erfahren alles, was wir in dem Moment gerade erfahren sollen. Wohl etwa wie in Punkt 26. (Auf das Herz hören.) Eigentlich so simpel und kraftvoll. Das entlastet. =) Ich würde also diesen Punkt mit der Präsenz noch hinzufügen. Und auch folgenden: Wir machen es einfach alle schon gut und toll. Es gibt keinen Grund ständig danach zu streben, alles noch besser zu machen und uns zu optimieren. Wenn wir in uns hineinhorchen, ist da alles, was wir für ein gutes und gesundes, eben erfülltes Leben brauchen. Die Prozesse, das Lernen, das Weiterentwickeln passieren dann wie von alleine.
    Herzlich, Sandra


    • Lisa Bischofberger

      10:22, 30. Oktober 2021 Antworten

      Danke für deinen lieben Kommentar. Ja, da stimme ich dir absolut zu – alles, was wir wirklich brauchen, ist bereits in uns. Deshalb lohnt es sich auch, nicht ständig im Aussen, sondern auch im Inneren, nach Wegen und Lösungen zu suchen. Genau, immer im Vertrauen, dass es eigentlich ganz simpel ist. 🙂
      Herzliche Grüsse zurück <3


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