Wie jedes Jahr habe ich mir Ende 2020 zwei Tage genommen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und meine Visionen für das kommende Jahr zu festigen. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Jahr 2020 der Einstieg in mein Leben als Mumpreneur stattfand. Ich habe meine Tochter durchs erste Lebensjahr begleitet. Während sie zu Beginn noch ein einmonatiges kleines Baby, das hauptsächlich Stillen, Windeln wechseln, Schlaf und Babymassage brauchte, ist sie jetzt eine aktives und kommunikatives einjähriges Mädchen, welches liebend gerne spielt und neugierig die Welt entdeckt. In meinem ersten ganzen Jahr als Mutter habe ich auch mit verschiedenen Aktivitäten an meinem Unternehmen gearbeitet. Unter anderem habe ich das Weibliche Energie Online Programm gestartet, zahlreiche Babymassage-Kurse gegeben und Frauen in individuellen Coachings begleitet, ihren weiblichen Zyklus zu harmonisieren oder ihre Schwangerschaft bewusst zu erleben. Es ist nun spannend, nach rund einem Jahr als Mumpreneur zurückzublicken und festzustellen, was geklappt hat, was herausfordernd war und was ich gelernt habe. In diesem Blogartikel teile ich meine fünf wichtigsten Tipps für Mumpreneurs.

Das Konzept Mumpreneur und mein Bezug dazu

Auf das Konzept Mumpreneur bin ich bereits gestossen, als ich selbst noch keine Mutter war, doch es hat mich schon damals angesprochen. Das zusammengesetzte Wort aus englisch «Mum» (Mutter) und «Entrepreneur» (Unternehmerin) beschreibt Frauen, die in derselben Lebensphase Kinder grossziehen und an einem eigenen Unternehmen arbeiten. Wie das genau gehen soll, konnte ich mir noch nicht vorstellen, bis ich es erlebte. Um ehrlich zu sein hatte ich zu Beginn meiner Schwangerschaft auch verschiedene Ängste. Obwohl die Schwangerschaft gewünscht war, merkte ich plötzlich, dass dieses Kind einen sehr grossen Platz in meinem Leben einnimmt und einnehmen würde. Dass ich weniger Zeit für die Arbeit haben würde, besorgte mich eine Weile sehr. Ich schaffte es jedoch, die Ängste loszulassen. Unter anderem wurde ich von Sonia Sarina, die mich damals als Coach begleitete, sehr dabei unterstützt, in die weibliche Energie einzutreten, mich voll auf das Mutterwerden einzulassen und kreative Lösungen für meine selbständige Tätigkeit zu finden. Mir gefällt der Mix aus Muttersein und an einem Business arbeiten sehr gut und ich bin motiviert, auch in diesem Jahr in beiden Bereichen persönlich zu wachsen und wundervolle Momente zu kreieren. Ich weiss, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, diesen Mix zu leben, und schlussendlich jede Frau für sich selbst herausfinden muss, was funktioniert. Als Inspiration möchte ich im Folgenden meine fünf wichtigsten Tipps teilen.

Meine fünf wichtigsten Tipps für Mumpreneurs

1. Die Postpartum Pause ist heilig

Grundsätzlich finde ich es toll, nebst dem Mama-Sein an einem Business zu arbeiten. Meiner Meinung nach ist es nach einer Geburt jedoch äusserst wichtig, dass sich Mutter und Kind zusammen erholen und in die neue Situation einpendeln können. Die Phase nach der Geburt ist für mich eine Zeit des Rückzugs, in der das Kind totale Priorität hat. Wie lange diese heilige Phase dauern sollte, ist die grosse Frage. Darauf habe ich auch keine klare Antwort. Allerdings habe ich bereits vor der Geburt eingeplant, dass ich drei Monate lang keine Verpflichtungen eingehe, und ich bin im Nachhinein sehr dankbar für diese Entscheidung. Mein Alltag im Wochenbett bestand hauptsächlich aus Stillen, Windeln wechseln, Windeln waschen, Babymassage, Kochen, Essen und dem Versuch zu genug Schlaf zu kommen. Da ich mich nicht zusätzlich mit Arbeit stresste, konnte ich mein kleines Wunder richtig geniessen und gleichzeitig auch gut für mich sorgen. Da Babys in den ersten Lebensmonaten oft schlafen und ich trotz Schlafmangel in der Nacht tagsüber kein Schlafbedürfnis hatte, habe ich dennoch ab und zu ohne Zwang einige kreative Arbeit am Computer erledigt. Ich habe auch innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt wieder erste Babymassagekurse in der Umgebung gegeben, da ich Anfragen erhielt und es sich stimmig anfühlte. Das alles tat ich jedoch frei von Arbeitsdruck. Ich bin überzeugt, dass dies dazu beitragen hat, dass ich die trotz allen Herausforderungen und Veränderungen als neue Mutter die Postpartum-Phase so stimmig, magisch und wunderschön erlebte. Ich empfehle jeder Mutter sich einige Monate nach der Geburt nur für das Kind und die eigene Erholung zu nehmen. Mumpreneur-Sein hat viel mit Balance finden zu tun. Balance finden bedeutet für mich nicht, dass immer alles ausgeglichen ist, sondern dass es auch mal Phasen gibt, in der die Waagschale ganz klar auf einer Seite ist.

2. Klare Tagesstruktur

Nachdem ich also eine Zeitlang nur ab und zu arbeitete, wenn meine Tochter schlief, kam das Bedürfnis auf, regelmässige Arbeitszeiten zu haben, um mit gewissen Projekten wirklich vorwärts zu kommen und mehr Termine mit Kundinnen einzuplanen. Dazu kam, dass meine Tochter immer mehr und längere Wachzeiten hatte und es sich für mich nicht richtig anfühlte, dann von der Arbeit am Bildschirm absorbiert zu sein. Ich kehrte auf ein Dokument zurück, welches ich bereits während der Schwangerschaft zusammen mit meinem Mann erstellt hatte. Auf diesem Dokument hatten wir eine Liste erstellt mit allen Dingen, für die wir Zeit benötigen. Dabei hatten wir auch versucht, so gut wie möglich einzuschätzen, welche neuen Zeitblöcke es mit dem Baby brauchen würde. So konnten wir in Bezug auf Kinderbetreuung, Haushalt, Arbeit und Self-Care genau besprechen, wer was wann macht. Natürlich ging schlussendlich nicht alles genau so, wie wir es uns zuerst gedacht hatten. Beispielsweise war es nicht möglich, dass mein Mann die Kleine ins Bett bringt, weil sie abends einfach besonders viel Mutternähe brauchte. Dennoch diente uns die Liste sehr gut als Anhaltspunkt. Mithilfe dieser Übersicht über unsere Zeiteinteilung konnten wir fixe Zeitblöcke in der Woche finden, an welchen mein Mann auf unsere Tochter aufpasste, während ich arbeitete. Für einige mag diese klare Zeiteinteilung vielleicht radikal klingen, für mich funktioniert es jedoch total gut. Seit ich weiss, dass ich fixe Zeitblöcke habe, an welchen ich sicher arbeiten kann, bin ich in der restlichen Zeit viel entspannter. Ich weiss, dass alles seinen Platz hat.

3. Schritt für Schritt statt Perfektionismus

Wichtig ist auch, dass wir uns als Mumpreneur nicht überfordern. Wir sollten realistische Erwartungen an uns selbst haben. Ein Kind zu betreuen ist meiner Meinung nach mehr als ein 100%-Job. Es ist ein riesiges und wichtiges Projekt. Das heisst natürlich, dass die Arbeit am eigenen Unternehmen nicht mehr so viel Raum einnehmen kann, wie sie es vor dem Kinderhaben tat. Allerdings braucht es meiner Meinung nach gar nicht so viel Zeit, um etwas erschaffen zu können. Ich habe anfangs mit vier Stunden pro Woche gestartet und konnte damit im Nachhinein betrachtet ziemlich viel auf die Beine stellen. Es ist auch so, dass ich jetzt viel fokussierter arbeite. In den Zeitblöcken, welche für das Arbeiten eingeplant sind, bin ich meist sehr effizient. Es kann gut sein, dass ich jetzt in einer Stunde so viel erledige wie früher in drei Stunden. Ausserdem habe ich mir genau überlegt, welche Tätigkeiten innerhalb der Arbeit wirklich zielführend sind und mir Spass machen. So habe ich mich beispielsweise auf weniger, dafür konstante und realistische Social Media- Newsletter-Kommunikation beschränkt. Ich konzentriere mich jetzt viel mehr darauf, das zu machen, was wirklich zählt, und mich nicht in Details zu verlieren. Dieselbe Devise gilt natürlich auch im Bereich Muttersein. Ich versuche qualitative Zeit mit meiner Tochter zu verbringen und überlege mir immer wieder, wie ich Tag für Tag optimal für sie da sein kann und was für mich in punkto Kinderbetreuung Priorität hat. Alles zu machen ist einfach nicht möglich und das ist ok so.

4. Echte Unterstützung annehmen

Weder die Kinderbetreuung noch dein Business musst du allein stemmen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich unterstützen zu lassen. Am einfachsten ist natürlich, wenn Unterstützung angeboten wird. Du kannst jedoch auch gezielt danach fragen. Wichtig für mich ist immer wieder, dass ich mir über meine eigenen Bedürfnisse Gedanken mache. Wenn jemand Hilfe anbietet, die für mich jedoch gar nicht entlastend ist, sondern vielleicht sogar Mehraufwand bedeutet, lehne ich ohne schlechtes Gewissen dankbar ab. Vielleicht ist es auch für dich wichtig zu wissen, dass du niemals anderen Menschen zuliebe so tun musst, als ob du ihre Unterstützung brauchen würdest. Dagegen gibt es auch immer wieder wirklich nützliche Unterstützung, die ich gerne annehme. Dies gilt nicht nur für die Bereiche Kinderbetreuung und Haushalt, sondern auch für die Arbeit. Mein Mann spielt eine sehr wichtige Rolle in meinen Projekten. Er übernimmt beispielsweise viele digitale Hintergrundarbeiten. Dafür bin ich sehr dankbar und finde es auch absolut sinnvoll so, da er einfach viel besser darin ist. Ich empfehle dir, in allen Lebensbereichen zu überlegen, was du wirklich selbst tun musst und was auch jemand anderes übernehmen könnte. Überlege danach, wer dir einmal Hilfe angeboten hat und du darauf zurückkommen kannst oder wen du von dir aus fragen könntest.

5. Flexibel bleiben und immer wieder neu auswerten

Als ich meine Mumpreneur-Journey startete, hatte ich den Wunsch nach einem ganz klaren Plan, wie ich alle meine Projekte umsetzen kann und Zeit für meine Tochter und mich selbst im Alltag finde. Bald habe ich jedoch gemerkt, dass sich die Bedürfnisse meiner Tochter sehr schnell verändern. Zum Beispiel wachte sie während über einem halben Jahr mehrmals in der Nacht auf, wodurch ich am Morgen länger ausschlafen musste, um erholt zu sein. Dafür schlief sie damals regelmässig tagsüber und ich konnte während dieser Zeit arbeiten. Jetzt ist es so, dass sie die Nächte durchschläft oder nur kurz aufwacht, sodass ich am Morgen erholter bin. Also kann ich bereits zwei Stunden vor ihr aufstehen und mir dann Zeit für mich nehmen. Früher konnte ich meine Tochter in die Babymassage-Kurse mitnehmen und die Schritte direkt an ihr vorzeigen. Jetzt hat sie ein starkes Bewegungs- und Spielbedürfnis und möchte nicht mehr eine Stunde einfach nur daliegen. Deshalb nehme ich sie nicht mehr in die Kurse mit, sondern organisiere für diese Zeit eine Betreuung. Ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, flexibel zu bleiben. Immer wieder suche ich nach guten Lösungen für die momentane Situation. Dabei versuche ich ehrlich zu mir selbst zu sein und schnell zu reagieren, wenn ich spüre, dass sich etwas nicht mehr richtig anfühlt. Das Leben ist ständige Veränderung. Wenn wir nicht im Widerstand sind, sondern uns lösungsorientiert auf die Veränderungen einlassen, dann ist sehr vieles möglich.

Ich hoffe, dass dir diese Tipps helfen, deinen Weg als Mumpreneur für dich, dein Kind und dein Unternehmen stimmig zu gestalten!

Hast du ebenfalls deine Erfahrungen mit dem Thema gemacht? Dann teile gerne deine Tipps in den Kommentaren.

Alles Liebe

Lisa

 

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