Viele Eltern beschäftigen sich mit der Frage, ob sie ihrem Baby von Anfang an ausschliesslich feste Nahrung oder erstmals nur Brei anbieten wollen. Vertieft man sich in dieses Thema, merkt man schnell, dass es für beide Seiten gute Argumente gibt. Es kann also durchaus Sinn machen, beides anzubieten und zu schauen, wie das Kind darauf reagiert. Die meisten Babys haben sowieso phasenweise unterschiedliche Präferenzen, was Konsistenz und Geschmack des Essens anbelangt. Als feste Nahrung eignen sich verschiedenste gedämpfte Gemüsesorten wie Kartoffeln, Kürbis, Karotte oder Broccoli sowie weiche Gemüse- und Fruchtsorten wie Gurke, Tomate, Birne, Aprikose oder Beeren. Natürlich gibt es auch allerlei Crackers und Kekse, die man kaufen kann. Diese enthalten jedoch oft Zucker, Auszugsmehle und Zusatzstoffe. Dies ist sogar bei den meisten herkömmlichen Brotsorten aus dem Supermarkt oder der Bäckerei der Fall. Meiner Meinung nach ist dies nicht die ideale Wahl für die ersten Esserfahrungen eines Babys. Alternativ kannst du jedoch leckeres Fingerfood selbst herstellen. Dies ist viel frischer, schmackhafter und gesünder. In diesem Artikel zeige ich dir die 6 Rezepte, die bei uns bisher am besten funktionierten und von unserer Tochter genüsslich verschlungen wurden. Viel Spass damit! 🙂

Buchweizen-Hafer-Brot

Zutaten:

  • 4 EL geschrotete Leinsamen
  • 200 g Buchweizenmehl
  • 200 g Haferflocken
  • 1 EL Weinstein-Backpulver

Anleitung:

  1. Mische alle Zutaten in einer grossen Schüssel zusammen mit 400 ml Wasser. Lasse diesen Teig für mindestens eine Stunde quellen.
  2. Gib den Teig in eine mit Backpapier belegte Kastenform.
  3. Backe das Brot im vorgeheizten Ofen bei 180°C für ungefähr 30 Minuten.

Bemerkungen:

  • Buchweizen stellen eine vollständige Proteinquelle dar.
  • Ich würde dieses Brot als Hauptmahlzeit zusammen mit gedünstetem Gemüse (z.B. Broccoli, Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Zucchini, Kürbis) oder rohem Gemüse (z.B. Tomate, Gurke) servieren oder einen gemüsereichen Brei dazu anbieten.
  • Falls du ein glutenfreies Brot backen möchtest, kannst du glutenfreie Haferflocken verwenden.
  • Für kleine Babys schneidest du das abgekühlte Brot am besten in Scheiben und diese wiederum in längliche Sticks.
  • Du kannst gerne etwas mehr Teig zubereiten und den zusätzlichen Anteil salzen. Damit kannst du auch ein leckeres Brot für den Rest der Familie herstellen.
  • Haferflocken sind sehr eisenreich. Wenn dein Kind dazu eine Vitamin C Quelle zu sich nimmt, kann das Eisen besser absorbiert werden. Beispiele dafür wären Tomaten, Broccoli, Kartoffeln oder ein paar Tropfen Zitronensaft.
  • Für eine Omega 3 Fettquelle kannst du die Brote mit Leinöl beträufeln oder etwas Leinöl in einen Brei, den du dazu servierst, geben.
  • Als Zwischenmahlzeit kannst du das Brot beispielsweise mit einer gesunden Fettquelle wie Cashewmus, Mandelmus oder Tahin bestreichen, falls dein Kind keine Nuss- oder Sesamallergie aufweist.

Dinkel-Fladenbrot

Zutaten:

  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 EL Weinstein-Backpulver
  • 3 TL Olivenöl

Anleitung:

  1. Mische das Mehl mit dem Backpulver sowie 100 ml Wasser.
  2. Erhitze 1 TL Olivenöl in einer Bratpfanne. Gib einen Drittel des Teigs in Form eines ca. 2 cm dicken Fladenbrots darauf. Brate es bei mittlerer Hitze auf einer Seite an. Wende es anschliessend und gebe einen Deckel auf die Bratpfanne, damit das Brot ausbacken kann.
  3. Backe auf dieselbe Art zwei weitere Fladenbrote.

Bemerkungen:

  • Achte darauf, dass die Brote nicht schwarz werden, indem du sie frühzeitig wendest und sie nicht zu heiss anbratest. Falls es doch geschehen sollte, schneide den angebrannten Teil weg.
  • Du kannst gerne etwas mehr Teig zubereiten und den zusätzlichen Anteil salzen. Damit kannst du auch leckere Fladenbrote für den Rest der Familie herstellen.
  • Ich würde dieses Brot als Hauptmahlzeit zusammen mit gedünstetem Gemüse (z.B. Broccoli, Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Zucchini, Kürbis) oder rohem Gemüse (z.B. Tomaten, Gurkensticks) servieren oder einen gemüsereichen Brei dazu servieren.
  • Für eine Omega 3 Fettquelle kannst du die Brote mit Leinöl beträufeln oder etwas Leinöl in einen Brei, den du dazu servierst, geben.
  • Vollkorndinkel ist sehr eisenreich. Wenn dein Kind dazu eine Vitamin C Quelle zu sich nimmt, kann das Eisen besser absorbiert werden. Beispiele dafür wären Tomaten, Broccoli, Kartoffeln oder ein paar Tropfen Zitronensaft.

Karotten-Zucchini-Muffins

Zutaten:

  • 1 EL geschrotete Leinsamen
  • 1 Kartoffel
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 TL Tahin
  • 1 TL naturtrüber Apfelessig
  • 1 Karotte
  • ½ Zucchini
  • 1 TL Backpulver
  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • ½ TL Rosmarin
  • ½ TL Thymian

Anleitung:

  1. Die geschroteten Leinsamen werden mit 3 EL Wasser vermengt und für einige Minuten beiseite gestellt.
  2. Währenddessen können die Kartoffeln grob geschnitten und in einem zugedeckten Topf mit wenig Wasser gedünstet werden.
  3. Die Karotte und die Zucchini werden gerieben.
  4. Nun werden die Kartoffeln mit den Leinsamen, der Zwiebel, dem Apfelessig, dem Tahin, dem Rosmarin und dem Thymian püriert.
  5. In einer grossen Schüssel wird diese Masse mit dem Gemüse, dem Dinkelvollkornmehl und dem Backpulver zu einem Teig vermengt.
  6. Heize den Ofen auf 180°C Umluft vor. Gebe den Teig in drei eingefettete Muffinförmchen und backe die Muffins für 30 Minuten.

Bemerkungen:

  • Diese Muffins stellen eine ziemlich komplexe Mahlzeit dar. Falls du sie vereinfachen möchtest, kannst du den Apfelessig, die Zwiebel und die Gewürze weglassen.
  • Die Muffins eignen sich besonders gut für unterwegs, damit das Kind auch ohne Brei Gemüse zu sich nimmt.
  • Vollkorndinkel ist eisenhaltig und das Vitamin C in den Kartoffeln hilft bei der Eisenabsorption.
  • Du kannst gerne etwas mehr Teig herstellen und den zusätzlichen Anteil salzen, um leckere Karotten-Zucchini-Muffins für den Rest der Familie herzustellen. Auch klein geschnittene Oliven oder getrocknete Tomaten kannst du in die Muffins für den Rest der Familie geben.
  • Falls du möchtest, kannst du die Muffins mit einer Proteinquelle wie ungesalzenem Hummus aus Kichererbsen, Zitronensaft, Tahin, Leinöl sowie evtl. Kreuzkümmel und Koriander bestreichen. Mit dem Leinöl integrierst du zusätzlich eine Omega 3 Quelle.
  • Tahin besteht aus Sesam und sollte nur verwendet werden, falls das Kind keine Sesamallergie aufweist.

Kartoffel-Blumenkohl-Hirse-Sticks

Zutaten:

  • 100 g Blumenkohl
  • 250 g Kartoffeln
  • 50 g Hirseflocken

Anleitung:

  1. Schäle die Kartoffeln und den Blumenkohl und dünste beides zusammen mit sehr wenig Wasser in einem zugedeckten Topf bis es weich ist.
  2. Nimm den Deckel vom Topf und lasse das übrige Wasser verdunsten.
  3. Spüle die Kartoffeln und den Blumenkohl in einem Sieb kalt ab. Zerdrücke es in einem Teller mit einer Gabel, sodass ein Püree entsteht.
  4. Gib die Hirseflocken dazu und mische dies mit deinen Händen zu einer Masse.
  5. Forme aus der Masse ungefähr 16 runde und längliche Sticks.
  6. Gib die Sticks auf eine mit Backpapier belegte Backform. Backe sie bei 180°C für 25 Minuten.

Bemerkungen:

  • Hirse ist eisenhaltig und das Vitamin C in den Kartoffeln hilft bei der Eisenabsorption.
  • Diese Sticks eignen sich hervorragend für unterwegs.
  • Falls du sie zu Hause als Hauptmahlzeit servierst, würde ich sie mit etwas Leinöl beträufeln, um noch eine Omega 3 Quelle zu integrieren.
  • Am besten schmecken die Kartoffel-Blumenkohl-Hirse-Sticks, wenn sie frisch sind. Bewahrst du sie zu lange im Kühlschrank auf, werden sie etwas trocken.

Rosinen-Hafer-Cookies

Zutaten:

  • 3 EL geschrotete Leinsamen
  • 40 ml Rapsöl
  • 100 g Rosinen
  • 150 g Haferflocken
  • 1 Prise Lebkuchengewürz

Anleitung:

  1. Mische die Leinsamen in einem kleinen Gefäss mit 3 EL Wasser. Lasse dies mindestens 5 Minuten stehen.
  2. Püriere die Rosinen zusammen mit dem Rapsöl zu einer Masse.
  3. Mische in einer grossen Schüssel die Haferflocken und das Lebkuchengewürz.
  4. Gib die eingedickten Leinsamen sowie die Rosinenmasse hinzu. Knete das Ganze zu einem Teig.
  5. Forme 15 flache und runde Cookies und verteile sie auf einem mit Backpapier belegten Blech.
  6. Backe die Cookies im vorgeheizten Ofen bei 170°C für ungefähr 12 Minuten.

Bemerkungen:

  • Falls du die Cookies fettärmer haben möchtest, kannst du die Hälfte des Öls mit Wasser ersetzen.
  • Du kannst beliebiges anderes Trockenobst an Stelle von Rosinen verwenden.
  • Lebkuchengewürz enthält Zimt. Für Babys ist empfohlen, Zimt nur in sehr kleinen Mengen zu verwenden und die Sorte Ceylon Zimt zu bevorzugen, da diese weniger Cumarin enthält. Falls du nicht sicherstellen kannst, dass deine Lebkuchengewürzmischung Ceylon Zimt enthält, verwende nur wenig davon.
  • Für einen neutraleren Geschmack kannst du das Lebkuchengewürz weglassen. Ebenso kannst du es mit Ceylon Zimt, Kardamom oder Vanille ersetzen.
  • Die Lebkuchengewürze wirken beruhigend auf die Verdauung.
  • Das Rapsöl kann auch mit Olivenöl oder Kokosöl ersetzt werden.
  • Es ist möglich, einen Drittel der Haferflocken mit Kokosraspeln zu ersetzen.

Aprikose-Apfel-Muffins

Zutaten:

  • 150 g Apfel
  • 100 g getrocknete Aprikosen
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 EL Weinstein-Backpulver
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Prise Vanille

Anleitung:

  1. Weiche die getrockneten Aprikosen mindestens eine halbe Stunde in 100 ml Wasser ein.
  2. Schäle den Apfel und dünste ihn mit wenig Wasser in einem zugedeckten Topf bis er weich ist. Entferne den Deckel und lasse das übrige Wasser verdunsten.
  3. Gebe den gedünsteten Apfel, das Rapsöl und die Vanille zu den eingeweichten Aprikosen. Püriere diese Mischung.
  4. Mische in einer Schüssel das Dinkelvollkornmehl mit dem Weinstein-Backpulver. Füge die zusammen pürierten übrigen Zutaten hinzu und mische das Ganze sanft zu einem Teig.
  5. Verteile den Teig auf 6 leicht eingefettete Muffinförmchen aus Silikon.
  6. Backe die Muffins bei 170°C für 25 Minuten.

Bemerkungen:

  • Das pürierte Obst sorgt nicht nur für die Süsse in diesen Muffins, sondern hält sie auch zusammen, womit es sozusagen als Eiersatz dient. Du kannst auch beliebiges anderes Obst und Trockenobst verwenden.
  • Wenn du die Muffins süsser wünschst, kannst du die Menge an getrockneten Aprikosen und Einweichwasser erhöhen.
  • Falls du diese Muffins als Frühstück oder Zwischenmahlzeit noch energiereicher anbieten möchtest, kannst du sie mit einer gesunden Fettquelle wie Mandelmus oder Tahin bestreichen, sofern dein Kind keine Nuss- oder Sesamallergie hat.
  • Vanille hat eine beruhigende Wirkung.
  • Du kannst die Vanille optional mit Kardamom oder Ceylon Zimt ersetzen oder für einen neutraleren Geschmack die Muffins ganz ohne Gewürze zubereiten.
  • Achte darauf, dass du ungeschwefelte getrocknete Aprikosen verwendest.

Hast du die Rezepte ausprobiert? Wie hat dein Baby darauf reagiert? Und kennst du noch weitere tolle Fingerfood Rezepte für Babys?
Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Alles Liebe

Lisa

 

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