Ich finde es total faszinierend, wie der Körper durch bestimmte Beschwerden mit uns kommuniziert und wie wir ganzheitlich darauf reagieren können. Im Nachhinein betrachtet finde ich, dass ich bereits als Kind viele Beschwerden hatte. Meine Verdauung fühlte sich regelmässig unangenehm an, ich hatte öfters Rückenschmerzen und Kopfschmerzen waren auch nicht selten. Manchmal war ich erschöpft und antriebslos. Mittlerweile glaube ich, dass mein Körper mir etwas sagen wollte. Ich habe für mich erkannt, dass ich meine Beschwerden nicht einfach hinnehmen muss, sondern sie dankbar annehmen und damit wachsen kann. In diesem Artikel erzähle ich dir vier persönliche Beispiele von Beschwerden aus meinem Leben und gehe darauf ein, wie ich sie ganzheitlich gelöst habe. Ebenso zeige ich dir, wie du mit drei Schritten deine Beschwerden ganzheitlich angehen kannst.

Als ich von der Kindheit in die Jugend übertritt und ich mich als Perfektionistin vom zunehmenden Stress und Druck nicht wirklich distanzieren konnte, gleichzeitig auch noch genug Zeit und Energie für Party und anderes aufwenden wollte, wurde es nicht besser. Ich geriet in eine leichte Magersucht, die zwar eine enorme psychische Herausforderung war, aber ich doch relativ gut und rasch ohne Krankenhaus oder Klinik überwinden konnte. Ein paar Jahre später merkte ich, dass doch noch ein paar restriktive Gedanken zum Essen und zu meinem Körper da waren. Also begann ich mich mit den dahinterliegenden Themen zu befassen. Ich beschäftigte mich mit Themen wie Perfektionismus, Selbstliebe, selbstbestimmtes Leben und füllte ganze Tagebücher dazu. Das war genau das, was ich brauchte, um endlich frei zu werden.

Erst als sich nach einer Reise in Angola vor genau neun Jahren meine Verdauung sich so richtig verschlechterte und mir keines der von Ärzten verschriebenen Medikamente half, wurde mir bewusst, dass ich wirklich etwas ändern musste. Den Anstoss gab mir die Beschäftigung mit ganzheitlichen alternativmedizinischen Systemen wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Ayurveda. Ich machte sowohl eine TCM- als auch eine Ayurveda-Ernährungsberatung. Die individuellen Empfehlungen, die ich erhielt, waren fast deckungsgleich, was mich faszinierte. Stress und Druck sowie Angst vor Verurteilung waren unter anderem Themen, die ich als wichtig identifizierte und anging. Ich begann, früher ins Bett zu gehen und führte eine tägliche Morgenroutine mit Meditation ein. Einige Anpassungen in der Ernährung waren ebenfalls ausschlaggebend. Zum Beispiel begann ich meinen Tag neu mit einem warmen und gekochten Frühstück. Ich trank kein eiskaltes Wasser mehr, reduzierte den Alkoholkonsum, ass weniger Milchprodukte, verzichtete abends auf Rohkost, testete einige Unverträglichkeiten und vieles mehr. Ich bin überzeugt, dass es die Summe der Veränderungen war, die sich schlussendlich so positiv auf meine Verdauung auswirkte.

Später, als ich nach dem Absetzen der Pille monatelang keine Periode mehr hatte, war es sehr hilfreich, dass ich dieses ganzheitliche Gesundheitsbewusstsein bereits hatte. Als mein Frauenarzt mir sagte, dass keine Heilung möglich sei und ich mein Leben lang seltene und unregelmässige Blutungen haben würde, spürte ich sofort, dass er falschlag. Ich hatte ja schon zweimal erlebt, welch grosse (und anfangs unmöglich scheinende) Gesundheitsveränderungen möglich sind. Sofort begann ich nach Möglichkeiten zu suchen, um meine Zyklusgesundheit mit Lebensstil, Ernährung sowie Befassung mit Denk- und Verhaltensmustern zu unterstützen. Die Beschäftigung mit meiner weiblichen Seite, der weiblichen Yin-Energie, war wichtig. Auch die zyklische und hormonfreundliche Ernährung und Lebensweise waren einen Teil meines Gesundheitsweges. Tatsächlich erhielt ich nach einigen Monaten eine Blutung und nochmals einige Monate später hatte ich regelmässige, gesunde Menstruationszyklen.

Als ich einige Jahre später in meiner Schwangerschaft mit Bauchschmerzen, Übelkeit und fast täglichem Erbrechen konfrontiert war, durfte ich erneut üben, die Botschaft meines Körpers zu deuten und darauf zu reagieren. Es ging darum, das Mutterwerden voll anzunehmen, den Hauptfokus darauf zu legen, in die Ruhe zu kommen und Sorgen vor dem Unbekannten loszulassen. Im Nachhinein scheint mir das logisch, doch ich brauchte Zeit, um es zu verstehen. Ich bin sehr dankbar, dass ich damals ein 6 Monate Coaching Programm bei einer genialen Coach machte, die mich sehr darin unterstützte. Die Beschwerden durften sich lösen, als ich dies begriffen und mein Leben danach ausgerichtet hatte. Ich konnte danach noch ein paar schöne, energetische Schwangerschaftsmonate erleben. Dass die Geburt, das Wochenbett und die Stillzeit bei mir so komplikationsfrei verliefen, wurde aus meiner Sicht ebenfalls durch diesen Prozess begünstigt.

Für mich gab es in jedem dieser Beispiele drei Bereiche, die ich anging:

  • Ernährung – Was, wie, wann ich esse
  • Lebensstil – Schlaf, Bewegung, Entspannung, Arbeit/Karriere, Beziehungen, Sozialleben, Wohnsituation, Spiritualität, Kreativität, etc.
  • Mentalität – Meine Denk- und Verhaltensmuster anschauen und anpassen mit verschiedenen Techniken

Aus meiner Sicht sind dies die drei Bereiche einer ganzheitlich orientierten Verhaltenstherapie. Nach meinem Universitätsstudium der Medizinethnologie habe ich mich zur zertifizierten Gesundheitscoach ausgebildet und in Ayurveda-Ernährung sowie Ayurveda-Frauenheilkunde Weiterbildungen absolviert. In meinen Coachings, Beratungen und Kursen sind die drei Bereiche der ganzheitlichen Verhaltenstherapie immer vertreten.

Mit diesem Artikel möchte keineswegs behaupten, dass ausschliesslich Veränderungen auf der Verhaltensebene alle Krankheiten lösen. (Schul-)medizinische Eingriffe sind teilweise sehr wertvoll und haben definitiv ihre Berechtigung. Was ich sagen möchte, ist, dass du deine Beschwerden ernst nehmen und darauf reagieren solltest. Ich glaube daran, dass dein Körper dir damit etwas mitteilen möchte. Manchmal ist es das Richtige, dir professionelle Hilfe zu holen. Gleichzeitig kannst du dir überlegen, was dir dein Körper sagen möchte, und darauf reagieren. Manchmal ist die beste Reaktion, tief durchzuatmen, erstmal abzuwarten und weiter zu beobachten, weil du gerade noch nicht ganz deuten kannst, was dir dein Körper sagt. Und manchmal fährst du am besten, wenn du Schritt für Schritt kleine Veränderungen auf der Verhaltensebene machst, die in der Summe deine Gesundheit auf ganzheitliche Art unterstützen. Du spürst am besten, welcher dieser drei Wege für dich im Moment passt. Ignoriere deinen Körper nicht, sondern kümmere dich um dein Wohlbefinden. Schliesslich gibt es kaum etwas Wertvolleres im Leben.

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Ich hoffe, dieser Artikel hat dich inspiriert, auf deinen Körper zu hören und dein Wohlbefinden zu priorisieren.

Alles Liebe

Lisa

 

 


2 Comments

  • Sandra Füllemann

    21:11, 26. Juli 2021 Antworten

    Liebe Lisa

    Vielen Dank für deinen ehrlichen und so einfach verständlichen Artikel zu diesem sehr persönlichen und komplexen Thema!

    Ich habe, wie du ja weisst, schon ähnliche Erfahrungen gemacht und gerade aktuell kann ich nur staunen und mich demütig der Tatsache hingeben, dass ich mir einfach sehr viel Zeit geben darf, diese Erfahrungen immer wieder anzunehmen. Im letzten Jahr habe ich meinen Körper in eine total angenehme Balance gebracht und musste dann verwirrt und scheinbar hilflos zusehen, wie ich wieder komplett blockiert war. Zuerst spürte ich es an Verdauung, Menstruationszyklus, dann innere Unruhe bis hin zu Angst und Panikgefühlen, die sich einfach nur noch häuften. Es dämmerte mir, dass etwas in meinem Leben nicht mehr stimmte und mir mein Körper dies schon längst mitteilen wollte. Doch ich wollte oder konnte nicht erkennen, was los war. Erst, als ich einige Kindheitstraumata aufarbeitete und danach auch noch realisierte, dass ich in meiner Liebesbeziehung förmlich blockiert war, habe ich die Notbremse gezogen und mir sehr viel Raum verschafft. Raum und Zeit um zu verarbeiten, einfach zu sein und wieder auf meinen Körper zu hören. Momentan stecke ich noch mitten im Prozess des Loslassens von der alten Beziehung und wohl auch den alten Verletzungen. Doch ich spüre, dass es der richtige Weg ist. Es schüttelt mich richtig durch mental, wie auch körperlich. Und dennoch spüre ich, wie ich wieder zu mir komme, zu Kräften komme und mental wie auch körperlich wieder halt finde. Oh ja, der Körper zeigt uns immer, was gerade los ist in unserem Leben. Ich bin gerade darum überzeugt davon, dass ich zukünftig wieder mehr bei mir selbst bleiben will, in mich horchen will und somit die Signale meines Körpers deutlicher und schneller spüre. Ich weiss, dass ein angenehmes, gesundes Leben in Harmonie und Balance dann möglich ist. Wir dürfen uns das wirklich zugestehen und auch den Raum dafür schaffen! Danke, dass du mit deiner Arbeit so viele Frauen und auch mich immer wieder dazu ermutigst!!!

    Herzliche Umarmung, Sandra


    • Lisa Bischofberger

      16:26, 28. Juli 2021 Antworten

      Liebe Sandra. Vielen DAnk für deinen Kommentar mit deiner Erfahrung. Ja, das sehe ich auch so! Wir DÜRFEN uns den Raum schaffen, um auf die Zeichen des Körpers zu reagieren.
      <3 <3 <3


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